Vorbereitung auf das Lehramt

38 Referendare beginnen am Studienseminar Meppen

Meppener Tagespost vom 08.08.2017

(Diesen Artikel finden Sie online unter www.noz.de/lokales/meppen/artikel933969/38-referendare-beginnen-am-studienseminar-meppen)

 

MT 08.08.17

 

 

Die neuen Referendarinnen und Referendare am Studienseminar Meppen wurden von Seminarleiterin Irmgard Pöling (untere Reihe, 2. von links) und ihrer Stellvertreterin Anne Mecke (untere Reihe, links) begrüßt. Foto: Studienseminar

 

 

Meppen. Zum Beginn des neuen Schuljahres haben 38 Referendarinnen und Referendare – so viele wie nie zuvor – ihren 18-monatigen Vorbereitungsdienst am Studienseminar Meppen für das Lehramt an Gymnasien angetreten.

Sie wurden von der Seminarleiterin, Oberstudiendirektorin Irmgard Pöling, und ihrer Stellvertreterin, Studiendirektorin Anne Mecke, herzlich willkommen geheißen. Pöling stellte zunächst die Organisation der Ausbildung in Niedersachsen und das Ausbildungskonzept des Studienseminars Meppen vor. Weiterhin informierte sie über die Zusatzangebote, wie akademische Vortragsveranstaltungen und Lehrerbetriebspraktika, die das Studienseminar aufgrund bestehender Kooperationen mit verschiedenen Partnern über die gesetzten Ausbildungsverpflichtungen hinaus machen kann.

In einem intensiven Einführungskurs wurden die angehenden Gymnasiallehrkräfte von der Seminarleitung und dem Fachausbilderteam auf ihren Einsatz an den jeweiligen Ausbildungsgymnasien im Emsland, in der Grafschaft Bentheim und in Löningen vorbereitet. Der Kreis der Ausbildungsschulen wurde zum neuen Einstellungstermin um das Evangelische Gymnasium in Nordhorn erweitert und umfasst nun 15 Gymnasien.

Das Studienseminar Meppen bildet derzeit 77 Referendarinnen und Referendare in fast allen Gymnasialfächern aus. Erfreulicherweise entscheiden sich viele der Absolventinnen und Absolventen – auch aus anderen Bundesländern - nach dem erfolgreichen Abschluss der Staatsprüfung, wegen der guten Arbeits- und Lebensbedingungen in der Region zu bleiben und hier eine Planstelle anzutreten.

 

 

Diesen Artikel finden Sie in der Meppener Tagespost vom 12.10.16, online unter: http://www.noz.de/lokales/meppen/artikel/788060/vortrag-in-meppen-zum-thema-schule-vor-dem-infarkt

Vortrag in Meppen zum Thema "Schule vor dem Infarkt"

Palentien

 

Über die Herausforderungen der schulischen Bildung referierte Professor Christian Palentien (2. v. li.) in Meppen. Das Foto zeigt ihn zusammen mit dem Vorsitzenden des Fördervereins des Studienseminars Meppen, Hermann Wilmes, Seminarleiterin Irmgard Pöling und ihrer Stellvertreterin Anne Mecke (v. li.). Foto: Hermann-Josef Rave

 

Meppen. Wie müsste das Bildungssystem gestaltet sein, um angemessen auf die sich verändernden Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen reagieren zu können? Mit dieser Frage beschäftigte sich Professor Christian Palentien in einem Vortrag, den er bei dem vom Studienseminar Meppen und dessen Förderverein initiierten Projekt „Schule vor dem Infarkt – Brauchen wir eine andere schulische Bildung?“ hielt.

von Hermann-Josef Rave

In ihrer Einführung stellte die Leiterin des Studienseminars, Oberstudiendirektorin Irmgard Pöling, die Aktualität des Themas für das Gymnasium heraus. So stehe man „gerade wieder vor einer Änderung“ der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, in deren Kanon der Ausbildungsinhalte „die Themen Heterogenität von Lerngruppen, Förderdiagnostik, interkulturelle Kompetenzen Deutsch als Zweit- und Bildungssprache“ verbindlich aufgenommen werden sollten. Professor Palentien richtete seinen Blick zunächst auf die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen, die er vor dem Hintergrund von Ergebnissen diverser Studien näher beleuchtete. So nehme die Ausdifferenzierung zwischen sozial privilegierten und nichtprivilegierten Jugendlichen stetig zu. Der Trend zu höherer schulischer Qualifikation und damit besseren Berufsaussichten sei sichtbarer Ausdruck des Wunsches, diese Unterschiede auszugleichen.

Stresssituationen nehmen zu

Diese Entwicklung führe allerdings dazu, so der Bremer Professor, dass einerseits besonders „die Hauptschulen abgekoppelt“ würden, andererseits auf dem gymnasialen Sektor eine „weitere Ausdifferenzierung nach oben, also um das beste Zeugnis oder das beste Gymnasium“, stattfinde. Die Kinder und Jugendlichen gerieten damit immer stärker in Stresssituationen. Die Familie, die in der Vergangenheit „die Entspannungsfunktion innehatte“, wirke aufgrund der zunehmenden Pluralisierung von Lebensformen nun eher als „Stressverstärker“. Vor allem sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, besonders Jungen und junge Männer, sowie Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund würden so zu Bildungsverlierern.

Maximale Förderung

Rein empirisch-qualitativ betrachtet könne man nun folgern, dass das differenzierte Schulsystem mit eher homogenen Lerngruppen die angemessene Antwort auf diese Umstände sei, denn „die Gymnasien bringen gute Leistungen“, so Professor Palentien. Dies gelte auch für die kleinstädtische Hauptschule. Die eigentlichen Risikogruppen fänden sich an den Hauptschulen in den Großstädten. Aus bevölkerungspolitischer Perspektive könne man aber auch zu einem anderen Ergebnis kommen: „Wir werden weniger, älter und heterogener.“ Jedem Kind müsse daher die maximale Förderung zukommen – so argumentierten beispielsweise die Befürworter der Gesamtschule. Überdies dürfe man die rechtliche Dimension nicht unbeachtet lassen, erklärte der Referent. Hier seien sowohl der Elternwille als auch das in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebene Kindeswohl und das Diskriminierungsverbot maßgeblich.

Widersprüchliche Konsequenzen

Werfe man einen Blick auf die Entwicklung des Bildungssystems in Deutschland, so habe sich seit der in den 1960er-Jahren von Georg Picht ausgerufenen, mit den Faktoren Geschlecht, Region, Religion und Schicht verbundenen „Bildungskatastrophe“ nicht sehr viel geändert. Dem einstmals benachteiligten „katholischen Mädchen vom Land“ entspreche heute „der muslimische Junge in der Großstadt“, resümierte Palentien. Die sich ergebenden Konsequenzen charakterisierte er insgesamt als widersprüchlich. So lernten Schüler beispielsweise in homogenen Gruppen am besten, tatsächlich zeichneten sich aber auch am Gymnasium die Lerngruppen durch zunehmende Heterogenität aus.

Mehr Besonnenheit

„Derartige Differenzen werden sich nicht ganz ausräumen lassen“, auch kenne er „den richtigen Weg nicht“, räumte Palentien ein. Fest stehe aber, dass in der Bildungspolitik „viele Entscheidungen zu schnell getroffen“ würden. Er riet den entsprechenden Politikern daher zu mehr Nachdenklichkeit und Besonnenheit.


 

Diesen Artikel finden Sie in der Meppener Tagespost, Ausgabe vom 23.08.2015, online unter: http://www.noz.de/lokales/meppen/artikel/762755/bischof-bode-besuchte-angehende-lehrkrafte-in-meppen

 

Bischof Bode besuchte angehende Lehrkräfte in Meppen

Bode

 

Zu einer Begegnung mit den Fachseminaren katholische Religion an den Studienseminaren Meppen und Osnabrück war Bischof Franz-Josef Bode (vorne, 2. v. links) zusammen mit Winfried Verburg (vorne, rechts) nach Meppen gekommen. Begrüßt wurden sie von Oberstudiendirektorin Irmgard Pöling (vorne, 3. v. links). Foto: Studienseminar Meppen

Zum mittlerweile dritten Mal in seiner Amtszeit hat der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode das Studienseminar Meppen besucht, um mit den angehenden Religionslehrkräften ins Gespräch zu kommen.

von Hermann-Josef Rave

Zu dem Erfahrungsaustausch eingeladen hatte das Meppener Fachseminar katholische Religion auch die Referendarinnen und Referendare für katholische Religion des Studienseminars Osnabrück. In ihrer Begrüßung wertete Oberstudiendirektorin Irmgard Pöling den Besuch des Bischofs, der vom Leiter der Schulabteilung im Bistum Osnabrück Windfried Verburg, begleitet wurde, „als großes Zeichen der Wertschätzung für die angehenden Lehrkräfte“. Angesichts einer rückläufiger religiöser Sozialisation seien diese, so die Seminarleiterin, stünden diese vor beträchtliche Herausforderungen.

Persönliche Begegnung „animierend“

Bischof Bode richtete anschließend seinen Blick auf die künftige Tätigkeit der Lehrkräfte. Im Religionsunterricht, sagte er, gehe es um „die lebendige Verknüpfung von Lebensfragen und Glauben.“ Es gelte, die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Lebensweg zu begleiten und sie dabei auch am eigenen Glauben teilhaben zu lassen. Gerade die persönliche Begegnung sei „für die Schülerinnen und Schüler animierend.“ Allerdings, so räumte Bischof Dr. Bode ein, könne fehlende religiöse Sozialisation nicht durch den Religionsunterricht kompensiert werden. Daher sei die Persönlichkeit der Religionslehrer von entscheidender Bedeutung. Folglich gelte es, sich immer wieder mit der eigenen Spiritualität auseinanderzusetzen, betonte der Bischof.

Religionsunterricht nicht nur Religionskunde

Zum Gelingen des Religionsunterrichts trage auch der Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler bei. Weniger durch eine „anbiedernde Sprache“ als vielmehr durch die Einladung kirchlicher Mitarbeiter in den Religionsunterricht, den Besuch kirchlicher Einrichtungen oder die Kooperation mit kirchlichen Verbänden im Rahmen des Nachmittagsunterrichts. Einem Modell, das die Katechese ausschließlich in die Gemeinde verlagere und den Religionsunterricht zur reinen Religionskunde degradiere, erteilte der Bischof eine Absage, ebenso aber auch einer „zu starken Konfessionalität des Religionsunterrichts.“ Die Frage, wie man die „gemeinschafts- und friedensstiftende Funktion von Religion vermitteln“ könne, betreffe Christen allgemein. Im kommenden Monat werde sich die Deutsche Bischofskonferenz mit dem Thema beschäftigen.

Mehr Verantwortung für Frauen

Der Bischof ging in dem Gespräch auch auf den Religionsunterricht übergreifende Themen ein. So dürfe die Frage nach dem Diakonat der Frau nicht allein unter Hinweis auf die Vergangenheit beantwortet werden. Der Bischof begrüßte die von Papst Franziskus angestoßene Diskussion, wandte sich aber dagegen, das derzeitige Diakonenamt einfach auf Frauen zu übertragen. Die Frage nach der Diakoninnenweihe sei nicht abzukoppeln von der nach dem Frauenpriestertum. Der Bischof plädierte vielmehr dafür, Frauen noch mehr Verantwortung in der Kirche zu übertragen und sie verstärkt in Grundentscheidungen einzubeziehen.

 

 

Diesen Artikel finden Sie unter: EL-Kurier, Ausgabe Meppen vom 25.11.2015, http://epaper.el-kurier.de/ausgabe/EME_Mi#

Wer sozial eingebunden ist, lernt leichter

 Braunschweiger Hirnforscher referiert in Meppen  – Prioritäten setzen und intelligente Suchstrategien

Studienseminar: Hermann Wilmes (v. l.) mit Martin Korte, Irmgard Pöling, Martin Gerenkamp und Klaus Eilert. Rave-Foto

Meppen (hjr) – Wie lernen junge Menschen? Wie kann Lernen nachhaltig gefördert werden? Diesen und anderen Fragen ging der Braunschweiger Hirnforscher Professor Martin Korte in einem Vortrag nach, den er im Rahmen des Projekts „Schule vor dem Infarkt: Brauchen wir eine andere schulische Bildung?“ hielt. Eingeladen zu der Veranstaltung hatten das Studienseminar Meppen für das Lehramt an Gymnasien und dessen Förderverein.

Oberstudiendirektorin Irmgard Pöling zeigte sich erfreut, dass man nach namhaften Pädagogen nun mit Professor Korte einen renommierten Hirnforscher habe gewinnen können, der ein „für die GymnasiallehSturerausbildung und den schulischen Alltag absolut zentrales Thema“ beleuchten werde.

Eine Mischung aus Belustigung und Nachdenklichkeit erfasste die Zuhörer schon gleich zu Beginn des Vortrags, als sie Zeugen wurden, wie ein Schimpanse mit müheloser Leichtigkeit sich der Aufgabe widmete, Zahlen, die nur für den Bruchteil einer Sekunde auf einem Bildschirm erschienen, in die richtige Reihenfolge zu bringen, während ein Student trotz monatelangen Trainings gleich mehrfach daran scheiterte. Doch was auf den ersten Blick als Niederlage gedeutet werden könnte, sei in Wirklichkeit ein Vorteil, so Professor Korte.

Das menschliche Gehirn verfüge über die Fähigkeit, Prioritäten setzen, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden zu können. Andererseits bedeute dies, dass das sogenannte „Multitasking“ nur eine Illusion sei. Vielmehr nehme bei der gleichzeitigen Ausführung verschiedener Aufgaben die Fehleranfälligkeit zu.

Eine klare Absage erteilte Korte einem nur auf die Aneignung von Kompetenzen ausgerichteten Lernen. „Nur wer schon einigermaßen viel weiß, dem fällt es umso leichter, das neu erworbene Wissen zu integrieren“, sagte er. Nur mit profundem Wissen sei es überhaupt möglich, intelligente Suchstrategien zu entwickeln, um beispielsweise das Internet gewinnbringend nutzen zu können. Damit distanzierte sich Korte eindeutig von der Position seines Kollegen Manfred Spitzer, der unter dem Schlagwort der „digitalen Demenz“ vor allem die negativen Auswirkungen der modernen Medien auf das menschliche Gehirn betone.

Natürlich gebe es „Probleme der massiven Internetnutzung“, angefangen von „falschem Konzentrationstraining“ bis hin zur „Abnahme der Empathiefähigkeit“. Dies dürfe aber nicht dazu führen, sich den neuen Medien zu verweigern, sondern aufzuzeigen, wie diese verantwortungsvoll und lernförderlich eingesetzt werden könnten.

Angesichts der Tatsache, dass das menschliche Gehirn immer eine gewisse Zeit brauche, um sich auf neue Inhalte einzustellen, plädierte der Wissenschaftler für das an vielen Schulen bereits eingeführte Doppelstundenmodell. Auch komme dem Stundeneinstieg eine tragende Funktion zu.

„Das Wecken von Neugier führt zu einer wahren Explosion der Lernfähigkeit“, ermunterte Korte die Pädagogen. Positiv beurteilte er auch „die Vernetzung verschiedener Fächer“, die es ermögliche, das Wissen in verschiedenen Kontexten abzuspeichern. Das selbständige Erarbeiten von Aufgaben sei ebenso lernförderlich wie das – auch unerwartete – Wiederholen von Inhalten. Damit komme Hausaufgaben ebenfalls eine wichtige Bedeutung zu.

Allerdings sollten Aufgaben so konzipiert sein, dass sie für die Schüler auch eine zu lösende Herausforderung darstellten. Der damit durchaus verbundene „Leistungsdruck ist nicht grundsätzlich schlecht“, stellte der Korte klar. Gleichwohl brauche Lernen auch Zeit. Absolut zu vermeiden sei das Schüren von Versagensängsten. Schüler müssten Fehler machen dürfen, um aus diesen zu lernen.

Die Lehrperson sei nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Vorbild im zwischenmenschlichen Miteinander. Persönliche Wertschätzung zeige sich darin, wenn nicht nur das Talent, sondern auch die Anstrengung gelobt werde. Das Lob des Lehrers sei zweifelsohne wichtig, bedeutsamer könne aber sein, wenn ein solche Lob von seiten der Schüler erteilt werde. Das Schulklima trage, laut Korte, ganz wesentlich zum Lernerfolg bei. Mobbing hingegen verhindere ihn: „Lernen wird erleichtert, wenn Menschen sich sozial eingebunden fühlen,“ schloss Korte seinen Vortrag.

 

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Diesen Artikel finden Sie unter: http://www.noz.de/lokales/meppen/artikel/584189/schule-vor-dem-infarkt-diskurs-in-meppen
Ausgabe: Meppener Tagespost
Veröffentlicht am: 10.06.2015

Lehrerpräsident referiert

Schule vor dem Infarkt? – Diskurs in Meppen

von Redaktion

Meppen. Die Frage „Brauchen wir eine andere schulische Bildung?“ hat im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung zu einem neuen Projekt gestanden, das das Studienseminar Meppen gemeinsam mit dem Förderverein Freundeskreis des Studienseminars Meppen durchführt.

Das Projekt möchte sich mit dieser Fragestellung aus verschiedenen Blickwinkeln beschäftigen. Zu der Veranstaltung konnte Irmgard Pöling, Leiterin des Studienseminars Meppen, Josef Kraus, den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes und Leiter eines Gymnasiums in Bayern, begrüßen. Ihr herzliches Willkommen galt neben den Angehörigen des Studienseminars auch den Schulleiterinnen und Schulleitern sowie den Lehrkräften der Gymnasien des Landkreises Emsland, der Grafschaft Bentheim und Löningens. Für die Landesschulbehörde nahm der Dezernent Klaus Eilert, für den Landkreis Emsland der Erste Kreisrat, Martin Gerenkamp, an der Veranstaltung teil.

„Schlagzeilen wie ‚Schule vor dem Infarkt‘ alarmieren die Öffentlichkeit. Die Frage, welche schulische Bildung unsere Kinder am besten auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet, treibt viele Menschen um“, sagte Pöling in ihrer Einführung. Dazu werde gegenwärtig auch in Niedersachsen ein intensiver gesellschaftlicher Diskurs geführt. Mit Josef Kraus habe man zu diesem Themenkomplex einen ausgewiesenen Kenner der Materie und vehementen Verfechter gymnasialer Bildung als Referenten gewinnen können.

Ihm sei aufgefallen, „dass sich niedersächsische Gymnasialpolitik derzeit gleichermaßen dickfellig und dünnhäutig gibt“, sagte Kraus in der Einleitung zu seinem Referat. Als Beispiele nannte er „die Petition zur Erhaltung der schulischen Vielfalt und des Elternrechts auf freie Schulwahl, die trotz 33 000 Unterschriften kalt abgeschmettert worden ist“, die Stundenkürzungen in den Gymnasialfächern Physik und Chemie oder die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung der Gymnasiallehrer.

Das entscheidende Ziel gymnasialer Bildung sei und bleibe „die Vermittlung einer umfassenden Allgemeinbildung“. Kraus kritisierte die inhaltsleere Vermittlung von Kompetenzen. Notwendig sei vielmehr ein breit angelegter Fächerkanon, um Bildungsinhalte mit dem nötigen fachlichen Tiefgang vermitteln zu können. Kraus forderte in diesem Zusammenhang den Erhalt des gymnasialen Lehramtes und wandte sich gegen die Einheitsschule und den Einheitslehrer. Er plädierte für eine soziale Leistungsschule. „Gymnasiale Bildung geht nicht ohne Leistung und Anstrengungsbereitschaft. Gewiss brauchen wir keine freudlosen Paukschulen. Wir brauchen vielmehr Schulen, die den Kindern Freude machen“. Gymnasiale Bildung sei das Erfolgsmodell des deutschen Bildungswesens schlechthin „und muss es bleiben“. Sie brauche Zeit, daher sei die Einführung des G8 ein großer Fehler gewesen, so der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Sein Appell an das emsländische Studienseminar: „Helfen Sie mit, Ihr Schulwesen in Niedersachsen vor dem Infarkt zu bewahren, bieten Sie der Re-Ideologisierung der Schulpolitik die Stirn!“

In der anschließenden Diskussion wurde die Frage gestellt, warum es nicht gelungen sei, die Ausrichtung der Schulpolitik auf die Einheitsschule zu stoppen. „Weite Teile des Bildungsbürgertums haben ihre Stimme einfach nicht erhoben. Es mangelt oft an Mut, unbequeme politische Positionen öffentlich zu vertreten“, lautete die Antwort des Referenten. Ferner setzte sich Kraus für die individuelle Förderung aller Schüler ein, dabei sei es ungerecht, „Ungleiche gleich zu behandeln, Schule ist keine Veranstaltung zur Herstellung von Gleichheit, sondern zur Förderung von Individualität!“

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes übte auch Kritik an der Umsetzung der Inklusion „in der jetzigen Form, da sie in Deutschland falsch ausgelegt wird, die UNO schreibt nicht vor, dass Förderschulen abgeschafft werden sollen“. Weiterhin forderte der Referent eine „110%ige Lehrerversorgung, denn damit können zwei Probleme gelöst werden. Ausfallender Unterricht könnte fachlich vertreten werden, und die überschüssigen Lehrerstunden könnten gezielt in die individuelle Förderung sowohl der schwachen als auch der besonders leistungsstarken Schüler investiert werden“.

Sein abschließender Appell lautete:„Referendare, Lehrer und Schulleiter müssen gemeinsam Multiplikatoren für die Stärkung der gymnasialen Bildung sein“, wofür er viel Applaus erntete.

Irmgard Pöling bedankte sich zum Abschluss der Veranstaltung bei Josef Kraus für einen „äußerst lohnenswerten und gewinnbringenden Nachmittag“ und für den „Rückenwind“, den er dem Studienseminar für die Ausbildung von Gymnasiallehrkräften gegeben habe. Sie überreichte ihm als kleines Dankeschön einen Bildband über das Emsland.

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Ausgabe: Meppener Tagespost
Veröffentlicht am: 25.05.2015

Tablets und Smartphones im Unterricht

In Meppen wird die Schule der Zukunft vorgestellt

von Redaktion

hjr Meppen. Whiteboards statt Tafeln, Tablets anstelle von Heften und das Smartphone gar als Ersatz für den Füller – sieht so die Schule der Zukunft aus? Mögliche Antworten gab Holger Weitzel von der Pädagogischen Hochschule Weingarten, als er im Rahmen der 23. Akademieveranstaltung des Studienseminars Meppen für das Lehramt an Gymnasien Einsatzmöglichkeiten der Neuen Medien für die Gestaltung des Unterrichts aufzeigte.

In ihrer Begrüßungsrede hatte Seminarleiterin Oberstudiendirektorin Irmgard Pöling schon darauf hingewiesen, dass die Neuen Medien „integraler Bestandteil des Alltagslebens“ seien, wüchsen die Schüler doch ganz selbstverständlich mit ihnen auf. Mit der Einrichtung von Computerräumen, der Bildung von Laptop-Klassen, der Anwendung von verschiedenartigster Software habe „die Schule auf diese Entwicklung reagiert“.

Eine Entwicklung, die auch Natascha Clasen als Vertreterin der VME-Stiftung positiv bewertete. Die vom ehemaligen Verband der Metall- und Elektroindustrie Osnabrück-Emsland gegründete Einrichtung habe sich zum Ziel gesetzt, Bildung und Berufsorientierung insbesondere in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu fördern, und unterstütze aus diesem Grund das Studienseminar in seiner Arbeit.

Dass die digitalen Medien aus dem Alltag tatsächlich nicht mehr wegzudenken sind, machte schon die Eingangsfrage des Referenten deutlich: Alle Anwesenden, so zeigte sich, hatten im Verlauf des Tages mindestens einmal auf einen PC, ihr Smartphone oder Tablet zurückgegriffen.

Digitale Experimente

Angesichts einer derartigen, den allgemeinen Zustand widerspiegelnden Ausgangslage, die Weitzel anhand zahlreicher statistischer Daten belegte, verwiesen Befürworter der Nutzung von Neuen Medien darauf, dass die Schule auch trotz eines vielfach ausgesprochenen Handyverbotes „digital“ sei.

Tablets könnten Innovationen anstoßen, Lernende erlangten Medienkompetenz, und schließlich, so Weitzel, werde auch auf den Vorteil digitaler Experimente verwiesen. Auf der anderen Seite würde geltend gemacht, dass digitale Medien die Fähigkeit zur Deutung von Gesten und Stimmlagen einschränkten, ja, dass sie sogar vom eigenständigen Denken abhielten. Im Gegensatz zum Lehrer vermöge ein Tablet eben nicht, über den Unterrichtsstoff mit dem Schüler in Beziehung zu treten. Auch sei es besser, wenn Schüler reale Lebenserfahrungen machten: anfassen statt nur angucken.

Vertreter beider Positionen könnten, so Professor Weitzel, auf Studien verweisen, die die jeweils eigene Meinung belegten: „Die Forschungslage ist in der Tat höchst uneinheitlich.“ Der Einsatz der Neuen Medien sei aber dann sinnvoll, wenn ein „tatsächlicher Mehrwert“ gegeben sei, erklärte der Referent. So müsste man sich fragen, ob Unterrichtsinhalte neu oder anders aufgegriffen würden, die effektive Lernzeit erhöht und durch den Einsatz digitaler Medien auch ein Beitrag zur Individualisierung des Unterrichts geleistet würde.

Angesichts der Tatsache, dass die Schulen kaum in der Lage seien, allen Schülern die neuesten Computer zur Verfügung zu stellen, sei zu überlegen, ob die Schüler ihre eigenen Geräte im Unterricht nutzten dürfen. „Die Jugendlichen sind top ausgestattet“, so Weitzel. Die von ihnen genutzten Geräte seien im Durchschnitt nicht älter als 16 Monate, wobei Hauptschüler im Allgemeinen über modernere Smartphones verfügten als Gymnasiasten.

Die Einsatzmöglichkeiten dieser Geräte seien äußerst vielfältig und reichten von Audio-, Video- und Ortungsfunktionen bis hin zur Datenverwaltung und Präsentationsmöglichkeiten. Das Erstellen von QR-Codes und die Durchführung digitaler Schnitzeljagden ermöglichen ein mobiles, ortsbezogenes Lernen, erklärte Weitzel.

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Ausgabe: Lingener Tagespost
Veröffentlicht am: 19.04.2015

Wie funktioniert Wirtschaft?

Krone-Gruppe in Spelle gibt Lehrern Antworten

von Anne Bremenkamp

Spelle. Wie tickt ein Unternehmen? Wie funktioniert Wirtschaft? Legt ein potenzieller Arbeitgeber nur Wert auf gute Noten oder auch auf soziale Kompetenzen? Dank eines Kooperationsvertrags zwischen der Bernard Krone Holding GmbH in Spelle und dem Studienseminar in Meppen sowie dessen Förderverein sollen angehende Gymnasiallehrer praxisnahe Antworten auf solche Fragen bekommen.

Dies erleichtert es ihnen, Schüler konkreter an die Vorstellungen aus der Wirtschaft heranzuführen. Ein Gewinn für alle Beteiligten: Die Jugendlichen werden besser auf das Berufsleben vorbereitet, die Schulen werden attraktiver, und die Wirtschaft bekommt gut vorbereitete Nachwuchskräfte.

„Unternehmen ist besser als Unterlassen.“ Diesen Leitsatz hat sich die Krone-Gruppe als einer der größten Arbeitgeber in der Region ebenso auf die Fahnen geschrieben wie das gymnasiale Studienseminar in Meppen. So sollen jungen Lehrkräften, unabhängig von ihren Fächern, die Abläufe und Anforderungen in der Arbeitswelt erleb- und begreifbar gemacht werden.

Seit der Gründung des Studienseminars im Jahr 1969 wurden in Meppen bisher ca. 1800 Referendare/-innen ausgebildet. Derzeit betreuen 21 Ausbilder rund 80 angehende Gymnasiallehrkräfte. „Ein bedeutsamer Tag für unser Studienseminar“, freuten sich Seminarleiterin Irmgard Pöling und Fördervereinsvorsitzender Hermann Wilmes über den gelungenen Auftakt der Partnerschaft zwischen Schule und Wirtschaft.

Als „Global Player“ könne die Krone-Gruppe die weltweiten wirtschaftlichen Verflechtungen, die damit einhergehenden Chancen und Risiken sowie ökonomische Zusammenhänge realitätsnah vermitteln, hieß es weiter. Nur wer Wirtschaftsbetriebe mit allen Facetten wie Forschung und Entwicklung, Planung und Fertigung, Personalführung, Qualitätsentwicklung und -management aus eigener Anschauung kenne, könne den zukünftig am Wirtschaftsleben teilnehmenden Nachwuchs professionell ausbilden. So könne beispielsweise anhand von Einblicken in die Produktion von Landtechnik und Nutzfahrzeugen der Strukturwandel in der Landwirtschaft oder Probleme in der Verkehrs- und Infrastruktur im Unterricht konkretisiert werden.

„Lehrer sind ein wichtiges Sprachrohr, und berufliche Bildung bereits in der Schule ist der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland, insbesondere in den Bereichen Innovation und Technik“, betonten die Geschäftsführer Bernard Krone und Alfons Veer.

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Ausgabe: Meppener Tagespost
Veröffentlicht am: 10.05.2014

Unterwegs an Orten des Erinnerns

Angehende Lehrer aus dem Emsland besuchen Berlin

von Redaktion

Meppen. „Auf nach Berlin!“ hieß es unlängst für 28 Referendare des Studienseminars Meppen für das Lehramt an Gymnasien.

Die jungen Lehrkräfte, die an Gymnasien im Emsland und in der Grafschaft Bentheim eingesetzt sind, waren zusammen mit der Leiterin des Studienseminars , Irmgard Pöling, und ihrer Stellvertreterin, Anne Mecke, sowie dem in Meppen stationierten Jugendoffizier der Bundeswehr, Karsten Haase, zum Seminar zur politischen Bildung aufgebrochen. Historische Schauplätze und Orte des Erinnerns stellten einen Schwerpunkt der Fahrt dar.

Das Haus der Wannseekonferenz in Berlin, in dem die systematische Ermordung der europäischen Juden von den Nationalsozialisten beschlossen wurde, wie auch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand bildeten den Rahmen zum Thema Nationalsozialismus. Die DDR-Geschichte wurde in einer Führung durch die Gedenkstätte Deutsche Teilung am ehemaligen Grenzübergang in Marienborn sowie im einstigen Gefängnis der Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen durch einen Zeitzeugen erfahrbar gemacht, der hier selbst inhaftiert war, weil er Ausreiseanträge gestellt hatte.

Aber auch die aktuelle Politik fand auf der Fahrt Berücksichtigung. Neben einem Besuch im Paul-Löbe-Haus konnten die Referendare mit Referenten des Auswärtigen Amtes, des Verteidigungsministeriums und des Einsatzführungskommandos für die Auslandseinsätze der Bundeswehr in Potsdam über außenpolitische Leitlinien der Bundesrepublik und den Afghanistan-Einsatz diskutieren.

Einen Höhepunkt der Fahrt bildete der Besuch in der russischen Botschaft, in der die Teilnehmer trotz der angespannten politischen Lage in der Ukraine freundlich empfangen wurden. In dem Bau an der Allee „Unter den Linden“, der viele Konferenzsäle und Salons beherbergt, finden sich auch Hinweise auf den Sieg der UdSSR über das Dritte Reich. So wurde der Marmor, der nach Hitlers Vorstellung nach dem „Endsieg“ für ein NS-Siegesdenkmal in Moskau verwendet werden sollte, bewusst für den Treppenaufgang in dem neuen Botschaftsgebäude genutzt. Durch die Möglichkeit, an vielen Orten hinter die Kulissen zu blicken und sich auch auf die Spuren der Geschichte zu begeben, fiel die Meinung zur Berlinfahrt unter den jungen Gymnasiallehrkräften einhellig aus: Es war eine Fahrt, die sich mehr als gelohnt hat.

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Diesen Artikel finden Sie unter: http://www.noz.de/lokales/meppen/artikel/459638/energie-im-unterricht-vortragsthema-in-meppen
Ausgabe: Meppener Tagespost
Veröffentlicht am: 17.03.2014

Referat vor Studienseminar

Energie im Unterricht Vortragsthema in Meppen

von Redaktion



Vor dem Eingang des Studienseminars: (von links) Anne Mecke (ständige Vertreterin der Seminarleiterin), Seminarleiterin Irmgard Pöling, Manfred Euler und Natascha Clasen. Foto: Johannes Meiners

Meppen. Mit Energie im Unterricht hat sich das Studienseminar Meppen für das Lehramt an Gymnasien beschäftigt. Im Mittelpunkt des Referats von Manfred Euler stand die Frage: „Wie nachhaltig ist die Bildung unserer Schülerinnen und Schüler?“

Euler ist Energieexperte am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel. Im Fokus seiner Ausführungen stand die Energiebildungsstudie der RWE-Stiftung.

Kernziel naturwissenschaftlicher Bildung in der Schule müsse die Energiemündigkeit der nachwachsenden Generationen sein. Die Lehrplananalyse, so der Referent, zeige, dass Niedersachsen hinsichtlich der „Energiebildung“ in der Sekundarstufe I überdurchschnittlich gut abschneide. Darüber hinaus gelte dies oft für die Grundschulen.

Gliederungsbedingte Brüche jedoch stünden im deutschen Schulsystem stufenübergreifenden Entwicklungen im Weg. Eine wesentliche politische Hürde sei weiterhin, dass Bildung Ländersache ist und hierdurch die Vorgaben Flickenteppiche. In der Sekundarstufe II hingegen gebe es bundesweit eine zu große fachliche Einengung statt einer themenübergreifenden Herangehensweise.

Bei den Lehrinhalten gebe es eine „Beliebigkeit in der Orientierung“, kritisierte Euler. Hierdurch würden meist nur Teilaspekte behandelt, die Vorgehensweise sei fragmentarisch und inkohärent. Ein heterogenes Bild biete sich auch beim Fächerbeitrag zur Energiebildung: In Disziplinen jenseits der Naturwissenschaften gebe es kaum entsprechende Bezüge zu diesem sehr anschlussfähigen Querschnittsthema, der Grundlage einer umfassenden Verknüpfung zwischen Wissenschaft, Technik und Gesellschaft. Der Umgang mit Komplexität sei dementsprechend als Herausforderung anzunehmen.

Erhebliche Defizite in Energiebildung verzeichnete die Forschung bei Schulabgängern nach der zehnten Klasse. Das konzeptionelle Verständnis sei jedoch auch in der Oberstufe häufig unzureichend. Zudem hätten Schüler oft Schwierigkeiten bei Schätzungen des Energieverbrauchs. Handlungsbedarf sei also zweifellos vorhanden, so Euler, allerdings wachse das Problembewusstsein der Lehrkräfte.

Folglich ergebe sich die Verbindung von Wissensformen und Unterrichtsmethoden als nächste Herausforderung. Zugleich plädierte Euler für den Ansatz eines „Forschenden Lernens“ in Naturwissenschaften und Technik. Die Balance zwischen Instruktion und Konstruktion sei zu wahren.

Anschließend blieb Zeit für Fragen und zur Diskussion, etwa über das Einbringen der Erkenntnisse in den Unterricht als Alltag der Referendare. Zu den Teilnehmern zählten die rund 100 Referendare, oft mit naturwissenschaftlicher Fächerkombination, sowie deren Seminarleiter. Natascha Clasen von der kooperierenden Stiftung des Verbands der Metall- und Elektroindustrie (VME) Osnabrück/Emsland wies darauf hin, wie wichtig naturwissenschaftliche Kenntnisse der Schüler für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung seien.

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Diesen Artikel finden Sie unter: http://beta.noz.de/lokales/meppen/artikel/425360/olaf-koller-wirbt-in-meppen-fur-neue-methoden
Ausgabe: Meppener Tagespost
Veröffentlicht am: 04.11.2013

Lehrer als Partner der Schüler

Olaf Köller wirbt in Meppen für neue Methoden

von Gerd Mecklenborg


Irmgard Pöling (links) und Anne Mecke, vom Studienseminar Meppen, begrüßen Prof. Dr. Olaf Köller, der über die „Hattie-Studie“ referierte. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. Wie man den Lernerfolg der Schüler vergrößern kann, wollte die Leiterin des Studienseminars Meppen, Irmgard Pöling, von Professor Olaf Köller wissen, der zur 21. Akademieveranstaltung des Seminars nach Meppen gekommen ist.

Der Fachmann für Empirische Bildungsforschung und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vertrat vor den versammelten Schulleitern, Pädagogen, Referendaren und Ausbildern die These, dass die Qualität des Unterrichts entscheidend für den Lernerfolg der Schüler ist. „Auf den Lehrer kommt es an!“

Köller sprach über die Arbeit von John Hattie, Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität von Melbourne, Australien, der für sein Buch „visible learning“ Daten aus 50000 Studien mit 83 Millionen Teilnehmern ausgewertet hat. „Positive Effekte auf das Lernen von Schülerinnen und Schülern hat ein Unterricht, der fachlich orientiert und dabei kognitiv aktivierend ist“, fasste Köller das Ergebnis Hatties zusammen. Die 45- oder 90-minütige Unterrichtseinheit solle ausschließlich für den Unterricht genutzt werden, in dem die Lehrkraft Schüler anleite, anspruchsvolle, aber zu bewältigende Lernaufgaben zu lösen. „Es geht nicht darum ‚was wollen wir heute durchnehmen‘, sondern ‚was wollen wir heute erreichen‘. Dabei hülfe Hatties Bestenliste der wirkungsvollsten pädagogischen Programme, mit Faktoren wie „Classroom Management“ oder die „kognitive Aktivierung“ durch Arbeit mit Lösungsbeispielen.

In der Diskussion wurde die breite öffentliche Wirkung der Hattie-Studie besprochen. Wenn die Ergebnisse der Studie „weder falsch noch neu“ seien, wunderte sich ein Zuhörer, sei doch die intensive Diskussion darüber erstaunlich. Köller meint: „Die Studie stellt insofern einen Wendepunkt dar, als dass sie den Wert der kognitiven Bildung wieder in den Mittelpunkt gerückt hat.“ Darüber hinaus sei das „selbst gesteuerte Lernen“ oftmals missverstanden worden in dem Sinne, dass der Lehrer nur noch eine begleitende Moderatorenrolle einnehmen solle, während sich die Schüler die Lerninhalte selbst erschließen sollten. Hatties Ergebnisse würden dagegen ganz klar zeigen, dass Schlüsselqualifikationen der Schüler nur in Verbindung mit einem soliden Fachwissen die Voraussetzungen für ein späteres erfolgreiches Berufsleben böten. Angesichts der zentralen Rolle, die Hattie in seiner Studie dem Lehrer, seinem Fachwissen und seinem sozialen Engagement zuweise, bekundeten einige Zuhörer Unmut über Rahmenbedingungen, unter denen sie als Lehrer und Schulleiter arbeiten müssten. Dabei wurde besonders auf die geplante Erhöhung der Stundenzahl für Gymnasiallehrkräfte verwiesen. Hier bestehe ein Widerspruch zwischen den Vorstellungen der Politik und der beruflichen Realität. Köller entgegnete, seiner Erfahrung als Bildungsforscher nach, bestehe eine Kluft zwischen den Ergebnissen empirischer Unterrichtsforschung und politischen Entscheidungen, da die öffentliche Wahrnehmung des Systems Schule oft eine andere sei als die derjenigen, die als Experten darin arbeiteten.

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Ausgabe: Lingener Tagespost
Veröffentlicht am: 25.08.2013

Verdienste um Arbeitskreis

Lingen: Dank an Hermann Wilmes

von Ludger Jungeblut

Mit Herzblut hat Hermann Wilmes (Mitte) aus Lünne den Arbeitskreis Schule-Wirtschaft geleitet. Dafür dankten ihm (von links) Olaf Wollny (RWE), Jana Billigmann (IAV), Nachfolgerin Irmgard Pöling, Sabine Stöhr (IAV), Ludwig Woll und Martin Gerenkamp. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Ohne das Engagement von Oberstudiendirektor a.D. Hermann Wilmes aus Lünne gäbe es den Arbeitskreis Schule-Wirtschaft im Emsland nicht. Das hat die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Industriellen Arbeitgeberverbandes (IAV) Osnabrück-Emsland, Sabine Stöhr, bei der Verabschiedung von Wilmes im Informationszentrum der RWE Power AG unterstrichen.

Von Anfang an, 30 Jahre lang, hatte Wilmes den Arbeitskreis geleitet.

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Ausgabe: Meppener Tagespost
Veröffentlicht am: 14.03.2012

Meppen: Pöling leitet Ausbildung der Junglehrer

von Georg Hiemann

Meppen. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde ist Studiendirektorin Irmgard Pöling zur Leiterin des Studienseminars Meppen ernannt worden. Klaus Seifert, Leitender Regierungsschuldirektor und zuständiger Dezernent, überreichte die Ernennungsurkunde und betonte, Pöling habe bereits seit sechs Monaten dieses Amt kommissarisch hervorragend ausgeübt.

17 Jahre lang war sie Stellvertreter des bisherigen Studienseminarleiters Hermann Wilmes. „Sie hat immer mit Bravour ihre Aufgaben gemeistert“, lobte er. Bereits seit vielen Jahren habe ihr die Zusammenarbeit mit den Referendarinnen und Referendaren große Freude bereitet, betonte Pöling. Es sei „eine sehr schöne und herausfordernde Aufgabe, junge Menschen mit abgeschlossenem Hochschulstudium auf ihrem Weg in den Lehrerberuf an Gymnasien zu begleiten“. Sie freue sich, dass ihr ein kompetentes Team zur Seite stehe, „auf das ich mich verlassen kann“.

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Ausgabe: Meppener Tagespost
Veröffentlicht am: 24.08.2011

Junge Lehrer informieren sich

Politik und Menschenrechte

von PM

Meppen. Die Jugendoffiziere der Bundeswehr Carsten Haase (Meppen) und Christoph Zlobinski (Bremen) hatten in Zusammenarbeit mit der Leitung des Studienseminars Meppen, Oberstudiendirektor Hermann Wilmes und Studiendirektorin Irmgard Pöling, 27 Referendarinnen und Referendare zu einem Seminar zur Politischen Bildung in die Bundeshauptstadt Berlin eingeladen.

Die Veranstaltung widmete sich folgenden Themenschwerpunkten: aktuelle Aspekte der internationalen Außen- und Sicherheitspolitik, dargestellt von Referenten des Bundesministeriums der Verteidigung, des Einsatzführungskommandos für Auslandseinsätze der Bundeswehr und der amerikanischen Botschaft; Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus durch Besuche der Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“ im Bendler-Block und der Dauerausstellung „Topografie des Terrors“; Informationen zum Staatssystem der DDR. Hierzu informierten Dr. Löhn, ein Vertreter des Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen (Jahn-Behörde) sowie die Zeitzeugin Uta Franke über die Methoden der Staatssicherheit.

Einen Höhepunkt des Seminars markierte der Besuch im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, durch das der Zeitzeuge Michael Bradler führte. Dabei berichtete er unter anderem von den Umständen seiner Inhaftierung und seinen Erfahrungen als Insasse dieser Haftanstalt. Seine Warnung, man möge mit der Preisgabe seiner persönlichen Daten im Internet sehr vorsichtig sein, beeindruckte alle Teilnehmer nachdrücklich angesichts der durch das Seminar gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Arbeitsweise der Stasi und der stetig steigenden Bereitschaft zur Veröffentlichung privater Informationen in sozialen Netzwerken.

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Wulff wünscht sich begeisterte Lehrer

Die ersten Festschriften zur 40-jährigen Geschichte des Studienseminars Meppen überreichten Oberstudiendirektor Hermann Wilmes (rechts) und Studiendirektorin Irmgard Pöling an Ministerpräsident Christian Wulff (links) und Landrat Hermann Bröring. Foto: Hermann-Josef Mammes

Studienseminar Meppen feiert 40-jähriges Bestehen

ma Meppen. Ein neues Image des Lehrerberufes in der Öffentlichkeit hat gestern Niedersachsen Ministerpräsident Christian Wulff in Meppen eingefordert. Beim Festakt zum 40-jährigen Jubiläum des Studienseminars Meppen rief er den jungen Referendaren im Publikum zu: „Treten Sie gegenüber den Schülern und der Öffentlichkeit als Lehrer fröhlich und begeistert auf."
Die Referendare sollten selbst Vorbilder für zukünftige Lehrergenerationen sein. Das Studienseminar Meppen bildete seit 1969 1450 Gymnasiallehrer im Emsland und der Grafschaft Bentheim aus. Zurzeit betreuen die Fachleiter 105 Referendare. In seiner Festrede verriet der Ministerpräsident, dass er selbst einmal mit dem Lehrerberuf liebäugelt hatte. „Ein Pädagoge hat mich jedoch davon abgeschreckt."
Zugleich dankte Wulff Studienseminarleiter Hermann Wilmes und seinen Kollegen für die engagierte Arbeit. Man habe im Laufe der Jahre viele Gymnasiallehrer davon überzeugen können, dass sie der Region auch nach dem Referendariat die Treue hielten. In den Anfangsjahren habe man Junglehrer noch mit Wohnungen geködert. Er selbst habe großen Respekt vor Lehrern, die in vielfältiger Weise das Leben junger Menschen positiv förderten.
Oberstudiendirektor Wilmes erinnerte an die Ursprünge des Studienseminars. Damals schrieben die Lehrer der emsländischen Gymnasien an das Niedersächsische Kultusministerium und wiesen auf eine „katastrophale Lehrerversorgung" hin. Mit einem Studienseminar könne man zudem „manches Vorurteil gegen das Emsland abbauen und der Abwanderung nach Nordrhein-Westfalen entgegenwirken". Mit Blick auf die aktuell fast 100-prozentige Unterrichtsversorgung an Gymnasien sagte Wilmes: „Das Kalkül der Schuldirektoren von damals ging auf."
Sowohl Wilmes als auch Landrat Hermann Bröring hoben hervor, dass es der damalige niedersächsische Kultusminister Werner Remmers und der damalige Oberkreisdirektor im Altkreis Meppen Walter Kolck waren, die „das Kind des Emslandes zum Laufen brachten".
In den vergangenen Jahren wurden 1450 Lehrer ausgebildet. Hierzu fanden 43 500 Beratungsbesuche im Unterricht, 5800 Ausbildungslehrproben, 1450 pädagogische Hausarbeiten, 2900 Examenslehrproben und 1450 mündliche Examensprüfungen statt. Landrat Bröring betitelte das Studienseminar als „ganz wichtige Einrichtung für die Bildungsinfrastruktur des Emslandes". Die elf Gymnasien im Emsland eröffneten jungen Menschen sehr viele Möglichkeiten. Zugleich wies er auf die zukünftigen Herausforderungen hin: „Als Folge des demografischen Wandels wird es immer schwieriger, wieder Lehrkräfte im ländlichen Raum zu halten." Es ist wie vor 40 Jahren auch heute wieder eine wichtige Aufgabe des Studienseminars Meppen, „Referendaren an Gymnasien das Emsland langfristig schmackhaft zu machen".

Quelle: Meppener Tagespost - Lokales - 22.09.2009

 

Foto: Hermann-Josef Mammes

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  Leitfaden für den Unterricht vorgestellt
Studienseminar Meppen und RWE bauen Kooperation aus –
Busemann: Arbeitsbelastung vielleicht anders verteilen

(08.11.2007)
MEPPEN.
Zwei Jahre nach Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages haben das Studienseminar Meppen und die RWE Power AG Lingen ihre Zusammenarbeit bekräftigt und eine Dokumentation über den außerschulischen Lernstandort „Kernkraftwerk Emsland“ vorgestellt.
Im Oktober 2005 hatten beide Einrichtungen ihre Zusammenarbeit mit dem Ziel begründet, mit Hilfe der Erfahrungen eines Wirtschaftsunternehmens auch mehr Lebenswirklichkeit in die Schulen zu bringen. Die Exponate im Informationszentrum des Kernkraftwerkes Lingen seien eine hervorragende Ergänzung für die Lehramtsausbildung in den Naturwissenschaften, betonte Hermann Wilmes, Leiter des Studienseminars Meppen.
Kernenergie sei dabei nur ein Thema, der Energiemix der Zukunft ebenso wichtig. Deshalb hätten die Leiter der Fachseminare Chemie, Jörn Peters, und Physik, Matthias Dornbusch, gemeinsam mit weiteren Mitstreitern einen Leitfaden für den Unterricht unter Einbeziehung des Lernstandortes Lingen erarbeitet. Er solle nun weiteren Schulen zur Verfügung gestellt werden.
Enthalten seien Lektionen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Unterrichtseinheit. Genutzt werde das Infozentrum nicht nur für naturwissenschaftlichen Unterricht, sondern auch für die Fachseminare Wirtschaft, Politik oder Geografie.
RWE-Lingen-Chef Hubertus Flügge dankte für die gelungene Kooperation. Sie ermögliche seinem Unternehmen, sich über das Thema Energie umfassend zu informieren. Er sprach sich gegen ein Ende der Atomenergie aus, solange es keine genauen Vorstellungen über den Energiemix der Zukunft gebe.
Im Beisein von Kreisrat Reinhard Winter, Meppens stellvertretendem Bürgermeister Gerd Gels sowie Vertretern von Arbeitgeberverband, Landesschulbehörde, Leitern der 15 Ausbildungsgymnasien, Ausbildern und Referendaren sprach Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann über die Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft. Er lobte die vorgestellte Kooperation: „Sie liegen damit im Trend der Zeit, und zwar ganz vorne.“ Die vor zwei Jahren zunächst „konstruktiv, ungezwungen und abwartend“ konzipierte Zusammenarbeit habe sich in eine innige Partnerschaft verwandelt. Einblicke in die Welt der Wirtschaft könnten Neugier wecken und Transparenz erzeugen.
Busemann dankte Hermann Wilmes persönlich für dessen Einsatz im Sinne des Studienseminars und betonte, die Einrichtung Meppen sei fest im Bildungssystem verankert. Der Minister blickte auf die zahlreichen Reformen im Schulsystem zurück, die er in seiner Amtszeit vorgenommen hatte. „Das hatte Belastungen für alle zur Folge“, betonte Busemann. Er könne sich vorstellen, die Arbeitsbelastung für Lehrer in Zukunft vielleicht anders zu verteilen.
Einen Leitfaden für Unterricht am Kernkraftwerk Lingen präsentierten Schulleiter und Mitarbeiter des Studienseminars gemeinsam mit Kultusminister Bernd Busemann (rechts) und Seminarleiter Hermann Wilmes.
Foto: Tobias Böckermann

aus: Meppener Tagespost, 08.11.2007

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Ausgabe: Meppener Tagespost
Veröffentlicht am: 01.11.2005

Dr. Flügge: Stärkeren Einblick in die berufliche Welt

von Redaktion

Seit Montagnachmittag ist es endlich so weit: Schule und Wirtschaft gehen Hand in Hand, ohne sich dabei gleich zu verbrüdern. In einem Pilotprojekt, erstmalig in Niedersachsen, unterzeichneten am Montagnachmittag Dr. Hubertus Flügge für die RWE-Power und Oberstudiendirektor Hermann Wilmes, Studienseminar Meppen für das Lehramt an Gymnasien, eine Kooperationsvereinbarung.

Im Vertrag heißt es: "Durch die angestrebte bzw. weiterzuentwickelnde Kooperation des Studienseminars Meppen und des Unternehmens soll eine konstruktive, ungezwungene Partnerschaft entstehen, die sich in ihren Aktionen und Aktivitäten an den Möglichkeiten der jeweilig Beteiligten orientiert. (...)"

Als eine "Grundsteinlegung" wertete somit auch Flügge die Kooperationsvereinbarung, von der er hoffe, dass diese in den kommenden Jahren erfolgreich ausgebaut werden könne. Der Leiter der Kraftwerke verband mit dem Vertrag zudem die Hoffnung, dass die Referendare durch den stärkeren Einblick in die berufliche Welt die Möglichkeit hätten, diese gemachten Erfahrungen auch an ihre Schüler weiterzugeben.

"Das zarte Pflänzchen, was wir heute gesetzt haben, muss in Zukunft von beiden Kooperationspartnern gegossen werden, damit es zu einem starken Baum heranwächst", betonte Wilmes. Das Studienseminar Meppen ist ein so genanntes Flächenseminar. Die Referendare unterrichten aber nicht nur in den Meppener Gymnasien, sondern im ganzen Emsland, der Grafschaft Bentheim und in Löningen. An den jeweiligen Schulen würden die Referendare von den dort tätigen Fachlehrern betreut, während für die fachdidaktische Ausbildung im Seminar 20 Fachleiter verantwortlich schreiben. Unterrichtet würden alle Fächer bis auf Kunst. Und damit die Pädagogen nicht nur für das Fach lernen, sondern darüber hinaus auch Einblick in die "Lebenswelt ihrer Schüler erhalten, sei "unternehmen besser als unterlassen".

"Wir wollen mit dem Vertrag erreichen, dass die Lebenswirklichkeit in die Schulen kommt", unterstrich Wilmes die Bemühungen des Seminars, die auch Ideengeber für diese Kooperation waren. Sei die Wirtschaft in der Schule früher nur ein gern gesehener Gast gewesen, gehe Schule heute auf die Unternehmen zu, getreu dem PISA-Motto, die Eigenverantwortlichkeit der Bildungsstätten zu erhöhen. Wilmes: "Die Schule vor Ort muss lernen, sich selbst zu organisieren, und wir müssen schauen, inwieweit wir von der Wirtschaft lernen können."

RWE sei seitens des Seminars zum einen deshalb ausgesucht worden, weil hier in vielen Fachrichtungen ausgebildet würde und zum anderen, weil das Thema Energie auch unter bundespolitischen Aspekten immer mehr an Bedeutung gewinne. Schon alleine das Info-Zentrum des Kernkraftwerkes sei für Unterricht und Ausbildung wie geschaffen. "Wir hegen große Erwartungen an den Vertrag und sind guter Hoffnung, diesen mit Leben zu erfüllen", unterstrich der Oberstudiendirektor.

Seitens der Wirtschaft hob Flügge vor diesem Zusammenhang noch einmal hervor, dass man seit Bestehen des Kraftwerkstandortes Lingen immer den Kontakt zu Schulen und der Bevölkerung gesucht habe. "Als zweitgrößter Energielieferant in Deutschland mit weltweit rund 140000 Mitarbeitern haben wir nicht nur einen Industriestandort gesucht, sondern waren immer darauf bedacht, ein gut nachbarschaftliches Verhältnis zur Bevölkerung zu haben. "Uns liegt ein gutes Miteinander sehr am Herzen, und deshalb freuen wir uns auch über diesen Vertrag, weil es uns damit gelingt, die Lebenswirklichkeit den Lehrern und Schülern näher zu bringen", erklärte Flügge.